Der Göttervater Zeus

Zeus

  • Mächtigster der olympischen Götter

Zeus ist der jüngste Sohn des Kronos und der Titanin Rhea. Zeus ist der mächtigste der olympischen Götter und so stark, wie alle anderen Götter des Olymps zusammen. Lediglich seine Töchter, die Moiren, stehen in einigen Darstellungen über ihm, da sie das unausweichliche Schicksal verkörpern. Zeus wird meist mit einem Blitzbündel und Zepter dargestellt. Oft sitzt er dabei auf einem Thron, was seine besondere Rolle als Göttervater unterstreicht.




Beschreibung des Zeus

Der griechische Göttervater ist sehr vielseitig und kann, im Gegensatz zu manch anderen Gottheiten, nicht eindeutig umschrieben oder klar gezeigt werden.

Zu den Attributen des Gottes gehört das Blitzbündel, Zepter sowie ein Adler, wobei er in einigen Darstellungen auch mit einem Helm und sehr kriegerisch gezeigt wird. Außerdem besitzt Zeus einen mächtigen Schild, der Aigis oder Ägis genannt wird. Er ist der mächtigste der olympischen Götter, auch wenn er nicht allmächtig ist.

Dies zeigt sich daran, dass es Hürden und Hindernisse gibt, die selbst Zeus nur mit der Hilfe von anderen bezwingen kann. Weiterhin ist er klug, doch eben nicht allwissend, weshalb er auch den Rat der anderen Götter annimmt oder sich der Weisung eines Orakels unterwirft.

Seine Macht und Stärke wird meist nur durch seine zahlreichen Wutausbrüche offenbart, wenn er zornig Blitze und Donner gen Erde sendet oder Frevler und Untreue bestraft, wobei auch seine Fähigkeit zur Verwandlung ein Zeichen der Macht ist. Vornehmlich nahm er die Gestalt von Tieren an.

In diesen Gestalten war es Zeus möglich, zahlreiche Frauen zu erobern, wobei seine Eroberungen und teilweise sogar Entführungen ebenfalls ein sehr beliebtes Motiv in der darstellenden Kunst sind. Weiterhin wird der Göttervater Zeus meist über den anderen Göttern thronend und außerdem bärtig dargestellt.

Zeus im Mythos

Geburt des Zeus

Zeus ist der Sohn der Titanin Rhea und dem Kronos, dem Anführer der Titanen. Aus der Angst, eines seiner Kinder könnte ihn ebenso entmachten, wir er einst seinen Vater, den Uranos, verschlang Kronos sie allesamt nach der Geburt.

Somit endeten schon die Geschwister des späteren Göttervaters Demeter, Hades, Hera, Hestia, und Poseidon unmittelbar nachdem sie das Licht der Welt erblickten, im Rachen des göttlichen Vaters. Nur bei Zeus sollte es eine Ausnahme geben, die letzten Endes das Blatt und das Schicksal aller Götter wendete.

Auf den Rat der Gaia und des Uranos gebar Rhea den kleinen Zeus nämlich auf der Insel Kreta, wo er in einer geräumigen Höhle nahe des Idagebirges zur Welt kam. Dort wurde er von den Kureten beschützt und von der Nymphe – oder Ziege – Amaltheia versorgt und war in Sicherheit vor dem gefräßigen Vater.

Dem Kronos überreichte Rhea lediglich einen gewindelten Stein, den er umgehend verschlang, so dass er ihm sehr schwer im Magen lag. Daraufhin erbat Kronos von Gaia ein Brechmittel, um den Stein wieder aus seinem Magen zu befördern, wobei er auch die Geschwister des Zeus’ erbrach.

Nach Hesiod wird Kronos erst viel später von Zeus und Gaia überlistet, wodurch er sich erbricht und die Geschwister sowie den Stein zutage fördert. In der Bibliotheke des Apollodars findet sich wiederum der Hinweis, dass Zeus die Titanin Metis um ein Brechmittel bittet, das den gleichen Effekt hat.

Hinweis: Später ließ Zeus den Stein, den sein Vater an seiner statt verschlang, in Delphi aufstellen. Dies geschah nachdem er den Vater entmachtete und in den Tartaros werfen ließ. Bevor das aber geschehen konnte, stand Zeus noch ein langer Kampf gegen Kronos und die mächtigen Titanen, die diesem zur Seite standen, bevor. Dieser Kampf wird als Titanomachie bezeichnet.
Kampf gegen die Titanen

Kampf gegen die Titanen (Titanomachie)

Als Titanomachie wird der elfjährige Kampf zwischen den Titanen, die Kronos anführte und dessen Kindern, die durch Zeus geführt wurden, bezeichnet.

Als Zeus herangewachsen war und in der Folge Kronos die Geschwister des Zeus’ erbrochen hatte, zog Zeus mit seinen Brüdern und Schwestern in den Krieg: das Ziel war es, die Titanen, deren Geschlecht auch Kronos angehörte, zu stürzen und die damalige Welt unter sich aufzuteilen und fortan über diese zu herrschen.

Allerdings waren nicht alle der Titanen bereit, an der Seite des Kronos gegen die olympischen Götter zu kämpfen. An der Seite Kronos’ standen die Titanen Koios, Kreios, Hyperion, Iapetos, Atlas und Menoitios, wobei Okeanos und die weiblichen Titanen Theia, Rhea, Themis, Mnemosyne, Phoibe und Tethys neutal blieben.

Der Krieg zwischen beiden Seiten zog sich beinahe ein Jahrzehnt hin, ohne das die eine oder andere Seite nennenswerte Erfolge verzeichnen konnte. Der Sieg der Götter wäre wohl nicht möglich gewesen ohne Hekatoncheiren und Kyklopen.

Zeus zog nämlich auf den Rat der Gaia in den Tartaros, dem untersten Teil der Unterwelt, und erschlug dort das Ungeheuer Kampe. Dieses bewachte den Tartaros, wo Uranos, der Vater des Kronos, die Kyklopen und Hekatoncheiren eingesperrt hatte. Diese sollten nun auf der Seit des Zeus’ kämpfen.

Die Kyklopen verhalfen Zeus zu dem Blitzbündel, das zu einer seiner wichtigsten Waffen und Attribute zählt. Außerdem schmiedeten sie für Poseidon den Dreizack und dem Hades einen Helm, der unsichtbar machen sollte.

Die Hekatoncheiren waren die drei Söhne des Uranos’ und der Gaia: Briareos, Gyges und Kottos. Sie hatten hundert Arme und fünfzig Köpfe. Zeus befreite sie mit den Kyklopen aus dem Tartaros und gab ihnen Nektar zu trinken, wodurch die Giganten ihre Kräfte sammelten und an der Seite des Zeus’ kämpften.

Der Sturz des Kronos

Mithilfe der Kyklopen und den Waffen, die diese den Göttern verschafften sowie den Hekatoncheiren, die schwere Steine auf die Titanen schleuderten, konnte Zeus den langwierigen Krieg für sich entscheiden und den Kronos entmachten.

Die Götter sollten nun die Herrscher über die Welt sein, die sie in drei Bereiche teilten: Zeus wurde zum Herrscher über den Himmel, sein Bruder Poseidon sollte über das Meer herrschen, wobei seinem Bruder Hades die Unterwelt zuteil wurde.

Den Titanen, die sich mit Kronos gegen Zeus erhoben, wurde außerdem eine Strafe auferlegt und sie wurden, gemeinsam mit Kronos, in den Tartaros verbannt und auf alle Zeit von den Hekatoncheiren bewacht. Die Titan Atlas erhielt dabei eine ganz besonders harte Strafe. Die neutralen Titanen blieben jedoch verschont.

Hinweis: Da der Vater des Kronos, Uranos (der Himmel), beinahe auf die Erde stürzte, weil solch tobende Schlachten unter ihm geführt wurden, verurteilte Zeus den Atlas dazu, auf alle Zeit den Himmel zu halten. Später sollte der griechische Held Perseus, der die Medusa enthauptete, ihn mit dem Kopf der Gorgo zu Stein erstarren lassen. Auf Zeus wartete derweil das nächste Unheil

Kampf gegen die Giganten (Gigantomachie)

Oft wird die Gigantomachie mit der Titanomachie, die vorher war, verwechselt. Es geht hierbei aber um den Kampf des Zeus’ und der Götter gegen die Giganten.

Nachdem Zeus und seine Geschwister siegreich gegen die Titanen waren, zogen sie auf den Olymp und waren so die Götter des Himmels. Gaia, die Mutter des Kronos und der anderen Titanen, war wütend auf Zeus, weil er die Titanen in den tiefsten Teil der Unterwelt, den Tartaros, verbannt hatte und sann nun auf Rache.

Sie spornte die Giganten an, ebenso Söhne von ihr, sich gegen die olympischen Götter zu wenden und riesige Felsen und brennende Bäume in den Himmel zu schleudern. Um ihren Söhnen einen Vorteil in diesem Kampf zu verschaffen, machte sich Gaia auf die Suche nach einer Pflanze, die unsterblich machte.

Zeus, der von diesem Vorhaben erfuhr, befahl Eos (Morgenröte), Helios (Sonne) und Selene (Mond) zu scheinen, so dass Gaia nichts mehr sehen konnte. Er selbst fand die Pflanze jedoch in der Dunkelheit finden, was den olympischen Göttern einen klaren Vorteil gegenüber den Giganten verschaffte.

Nun ist es allerdings so, dass ein Gigant nicht von der Hand eines Gottes getötet werden kann, weshalb ein siegreicher Ausgang des Krieges für Zeus und die anderen ungewiss schien. Jedoch wurde von einem Orakel prophezeit, dass die Götter siegreich sein würden, wenn ein Mensch ihnen zur Hilfe kam.

Athene, die Göttin des Krieges, warb deshalb Herakles, einen sterblichen Sohn des Zeus’, an. Dieser kämpfte nun an der Seite der Götter und verhalf ihnen zu einem Sieg gegen die Giganten, indem er ihnen giftige Pfeile in die Augen schoss und sie somit tötete, wodurch sich die Herrschaft der Götter um Zeus festigte.

Hinweis: Doch auch nach diesen siegreichen Schlachten, war die Macht des Zeus bedroht und der Kampf um die Vorherrschaft über den Olymp und die Welt sollte andauern. Wieder war es Gaia, die zürnte, weil all ihre Kinder gegen Zeus verloren hatten. Und so schickte sie dem Göttervater eine letzte Prüfung, der er sich stellen musste: das Ungeheuer Typhon.

Zeus Kampf gegen Typhon

Die Göttin der Erde, Gaia, sann auf Rache, da ihre Kinder gegen die olympischen Götter unterlegen waren und zeugte ein Kind mit Tartaros: Typhon.

Typhon war in der griechischen Mythologie ein grässlicher Riese mit zahllosen Schlangenköpfen, die in verschiedenen Sprachen sprechen konnten. Angeblich war Typhon so groß, dass sein Haupt die Sterne berührte. Ähnlich wie ihren Sohn Zeus, gebar Gaia den Typhon in einer versteckten Höhle, so dass dieser ungestört heranwachsen konnte, ohne dass die Götter um seine Existenz wussten.

Als er herangewachsen war, machte sich Typhon auf den Weg zum Olymp, wo die Götter hausten. Diese hörten das grausige Geschrei der Schlangenköpfe und waren davon so verängstigt, dass sie schon vor seiner Ankunft den Olymp verließen.

Allerdings stellte sich Zeus alsbald dem Typhon zum Kampf und schleuderte einen seiner Blitze nach diesem, woraufhin Typhon floh, doch schnell von Zeus eingeholt wurde. Es sollte wieder zum Kampf kommen, wobei es Typhon gelang, Zeus mit einem seiner Arme an sich pressen und ihm die Sehnen aus dem Leib zu trennen, die er später dem Ungeheuer Delphyne übergab. Den Göttervater selbst versteckte er in einer Höhle, wo er jedoch von seinem Sohn Hermes gerettet wurde.

Der gekräftigte Gott zögerte nicht lange und macht sich auf zum Olymp, um sich neue Blitze zu besorgen und sich so für einen erneuten Kampf zu rüsten. Den Riesen selbst konnte er auf dem Berg Haimos finden, wo er ihn sehr stark verwunden konnte, so dass dieser gen Sizilien flüchtete.

Dort stellte ihn Zeus und schleuderte den Vulkan Ätna auf ihn, wodurch der Riese Typhon unter dem massiven Gestein begraben wurde. Seine Wut ist es, die den Ätna auch heutzutage noch erbeben und ausbrechen lässt.

Hinweis: Diese drei Auseinandersetzungen waren die letzten großen Bedrohungen für die Götter des Olymps und die Herrschaft des Zeus. Fortan war dieser der Göttervater und der mächtigste aller griechischen Götter, der aber auch sehr menschliche Eigenschaften hatte und jede Menge Liebschaften pflegte, aus denen viele Gestalten der griechischen Mythologie hervorgingen.
Zeus und seine Geliebten

Zeus Geliebte und Kinder

Die Gemahlin des Zeus’ ist Hera, die außerdem seine Schwester war, wobei Metis die erste Geliebte des Göttervaters war. Allerdings gibt es zahlreiche weibliche Gestalten, die eine Rolle für Zeus spielten und denen er leidenschaftlich verfiel.

Dafür ging er oftmals äußerst trickreich vor, um die Gunst seiner Angebeteten zu gewinnen und sie so zu erobern. So verwandelte er sich beispielsweise in einen Stier, um die Europa zu begatten oder in einen Schwan, um Leda zu verführen.

Nachfolgend finden sie eine Übersicht der Geliebten des Zeus, die Gestalt in der er sie verführte und außerdem die Kinder, die daraus hervorgingen.

Geliebte Gestalt Kinder
Aigina Feuer Aiakos
Alkmene Amphitryon Herakles
Ananke Adrasteia
Antiope Satyr Amphion, Zethos
Asteria Adler
Danae goldener Regen Perseus
Demeter Persephone
Dione Aphrodite
Elektra Iasion, Dardanos, Harmonia
Elara Tityos
Europa Stier Minos, Sapedon, Rhadamanthys
Eurynome Aglaia, Euphrosyne, Thalia (Chariten), Asopos
Garamantis Jarbas
Hera Hebe, Eileithyia, laut Apollodorus Hephaistos, laut Hesiod Ares
Hora Kolaxes
Hybris Pan
Io Epaphos
Kallisto Artemis Arkas
Kalyke Endymion
Karme Britomartis
Lamia
Leto Artemis, Apollon
Leda Schwan Helena sowie Polydeukes und Kastor (Dioskuren)
Nemesis Schwan laut Hyginius und Apollodorus Helena
Maia Hermes
Metis Athene
Mnemosyne Aoide, Erato, Euterpe, Kalliope, Klio, Melete, Mneme, Melpomene, Polyhymnia, Terpsichore, Thalia, Urania
Niobe Argos
Nymphe (?) Megaros
Persephone Schlange Zagreus
Pluto Tantalos
Protogeneia Aethlios
Semele Dionysos
Taygete Lakedaimon
Thalia Palikoi
Themis Atropos, Klotho, Lachesis (Moiren) und Eirene, Eunomia, Dike (Horen)
Hinweise zur Übersicht der Kinder und Geliebten

  • Zwar hatte Zeus sehr viele Geliebte, doch nur drei Ehefrauen, die in der obigen Übersicht fett hervorgehoben wurden. Sie hießen Metis, Themis und Hera.
  • Mitunter sind die Angaben der jeweiligen Mythographen unterschiedlich, wodurch es mitunter zu Dopplungen in der Liste kommt. Diese Umstände sind jedoch angemerkt.

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