Minotaurus und Theseus im Labyrinth

Minotaurus

  • Gestalt der griechischen Mythologie

Der Minotaurus ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie, die einen menschlichen Körper und den Kopf eines Stieres hat. Laut dem Mythos wurde der Minotaurus von König Minos in ein Labyrinth verbannt, da sich dessen Gemahlin dem wilden Stier hingab. Später tötete Theseus, der mithilfe des Ariadnefadens einen Weg durch das Labyrinth fand, den Minotaurus.




Der Mythos um den Minotaurus

Minos, der zukünftige König von Kreta, war der Sohn des Göttervaters Zeus und der Europa. Nun war es so, dass er und seine Brüder vom derzeitigen König der Insel, Asterios, nur adoptiert waren. Folglich war unklar, wer die Nachfolge auf den Thron haben würde, weshalb es zu Streitigkeiten zwischen den Brüdern kam.

Minos bat den Meeresgott Poseidon um ein Wunder, so dass klar sei, wer der rechtmäßige Anwärter war und versprach, dass er alles, was der Gott ihm aus dem Meer schicken würde, zu einem Opfer für diesen werden würde. Poseidon, der von diesem Vorhaben geschmeichelt war, ließ einen stattlichen, weißen Stier aus den Wellen entsteigen, der ihm geopfert werden sollte.

Minos, der sich so die königliche Nachfolge sicherte, dachte aber nicht daran, das prächtige Tier zu opfern, da es ihm gut gefiel, sondern brachte Poseidon ein Tier aus seiner eigenen Herde dar. Dieser merkte den Betrug und wurde zornig, weshalb er die Frau des Minos, Pasiphae, verwünschte, so dass sie sich in den Stier verliebte und sich ihm hingeben wollte.

Geburt des Minotaurus’

Sie ließ sich vom Baumeister der Insel, Daidalos, ein hölzernes Konstrukt, das mit Kuhhaut bespannt wurde. In diesem begegnete sie dem kretischen Stier und ließ sich von diesem begatten und schwängern. Sie gebar daraufhin den Minotaurus: einen Menschenfresser, der humanoider Gestalt war und einen Stierkopf hatte.

Minos, der außer sich war, wollte den Minotaurus nun töten lassen. Denn allein dessen Dasein zeugte vom Fehltritt seiner Frau. Doch seine Tochter, Ariadne, bat ihn darum, den Minotaurus am Leben zu lassen. Minos willigte ein, verbannte ihn aber in ein Labyrinth, das der Baumeister Daidalos konstruierte.

Hinweis: Der kretische Stier, also der Vaters des Minotaurus’, der rasend war, wurde von Herakles im Zuge seiner zwölf Arbeiten auf die Peloponnes gebracht. Dort wütete der weiße Stier, wobei viele Menschen ihr Leben ließen. Auch ein Sohn des König Minos, Androgeos, wollte seine Fähigkeiten im Kampf erproben und musste dabei sein Leben lassen.

Minos’ Rachefeldzug

Als König Minos vom Tod seines Sohnes hörte, keimte Wut gegen die Athener in ihm auf. Man erzählte sich nämlich zu dieser Zeit, dass der König Athens, Aigeus, den Sohn des Minos’ auf diese Idee gebracht hatte, weshalb der König kurzerhand zu einem Rachefeldzug gegen die Athener aufbrach.

Nach einem ersten Erfolg gegen Nisos, einem Bruder des Aigeus, lenkte er seine Krieger gegen Athen selbst. Zwar konnte er nur durch die Hilfe seines Vaters, dem Göttervater Zeus, siegreich sein, doch letzten Endes kapitulierten die wehrhaften Athener vor ihm und seiner Streitmacht.

Minos legte ihnen nun eine grausame Strafe auf: er forderte, dass fortan alle neun Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen in das Labyrinth des Minotaurus’ geschickt werden müssten, um weiteres Unheil von der Stadt abzuwenden.

Theseus und der Minotaurus

Als sich der Opferritus zum dritten Mal wiederholen sollte, meldete sich Theseus, der Sohn des Aigeus, freiwillig, zur Reise in das Labyrinth des Minotaurus.

Als die jungen Athener auf Kreta landeten, erblickte Adriane, die Tochter des Minos’, Theseus und verliebte sich in ihn. Um ihm zu helfen und dafür Sorge zu tragen, dass er unbeschadet das Labyrinth überstehen und den Minotaurus töten konnte, gab sie ihm den Ariadnefaden und ein Schwert als Waffe.

Theseus rollte den Faden, als er das Labyrinth des Minotaurus’ betrat, hinter sich aus, um später wieder den Rückweg zu finden. Theseus spürte den Minotaurus auf und tötete ihn. Dank des Fadens konnte er das Labyrinth unbeschadet verlassen und mit Ariadne und den Jungfrauen und Jünglingen fliehen.

Als Minos von der erfolgreichen Flucht der Tochter und Theseus erfuhr, ließ er Daidalos und dessen Sohn Ikarus in das Labyrinth sperren. Man erzählte sich nämlich, dass der Baumeister Daidalos Ariadne den Hinweis gab, Theseus den Faden zu geben.

Minotaurus und Theseus im Labyrinth
Das Wichtigste zum Mythos in der Übersicht

  • Der Minotaurus ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie. Er wird als Mensch mit einem Stierkopf dargestellt und ist der Sohn der Pasiphae und dem kretischen Stier.
  • Der Stiermensch wurde von König Minos auf Bitten seiner Tochter Ariadne in ein Labyrinth, das Daidalos konstruierte, gesperrt und nicht getötet.
  • Minos forderte im Zuge seines Sieges gegen die Stadt Athen ein grausames Opfer. Alle neun Jahre mussten die Athener sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge dem Minotaurus zum Opfer darbringen, um von ihm verschont zu bleiben.
  • Als sich dieses Erieignis zum dritten Mal ereignen sollte, brach Theseus freiwillig auf, um sich dem Ungetüm zu stellen. Mithilfe eines Schwertes und dem Ariadnefaden war er letzten Endes siegreich und konnte mit Ariadne und den Athenern fliehen.

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