Ariadne übergibt Theseus den Ariadnefaden

Ariadnefaden

  • Ursprung: Gegenstand der griechischen Mythologie

Der Ariadnefaden ist ein Gegenstand der griechischen Mythologie. Der Ariadnefaden wurde dem Theuseus, als er den Minotaurus in seinem Labyrinth aufsuchen und töten wollte, von Ariadne, der Tochter des König Minos, übergeben. Der Faden sollte Theseus dabei helfen, den Ausweg aus dem Labyrinth zu finden, ohne sich dabei zu verirren und elendig umzukommen.




Ariadnefaden im Mythos

Minos, König der Insel Kreta, bot dem Meeresgott Poseidon an, das schönste Tier, das jemals dem Wasser entsteigen sollte, diesem zu opfern, da er fand, dass kein Tier seiner Herde dem Gott gerecht werden würde. Poseidon fühlte sich davon so sehr geschmeichelt, dass er einen stattlichen, weißen Stier mit den Wellen schickte.

Minos war jedoch enorm von der Schönheit des Tieres angetan, dass er es in seiner Herde versteckte und nicht im Traum daran dachte, es dem Gott zu opfern, sondern übergab diesem eines seiner eigenen Tiere, was Poseidon aufs Äußerste erzürnte, woraufhin er den Stier mit Raserei strafte, so dass er große Verwüstung anrichtete.

Weiterhin verzauberte Poseidon die Gemahlin des Minos, Pasiphae, so dass sich diese in den weißen Stier, auch kretischer Stier genannt, verliebte und sich diesem leidenschaftlich hingab. Aus dieser Verbindung wurde Pasiphae schwanger und gebar wenig später den Minotaurus.

Minos wollte den Minotaurus, der ein Zeugnis für den Seitensprung und Fehltritt seiner Frau war, töten. Allerdings bat seine Tochter Ariadne darum, das Tier zu verschonen und ihn in einem Labyrinth, das Daidalos erbauen sollte, zu sperren und dort zu verbergen. Minos willigte ein.

Doch nur wenig später wollte Androgeos, ein Sohn des König Minos, sein Geschick im Kampf beweisen und suchte den Minotaurus in seinem Labyrinth auf. Er sollte jedoch nicht siegreich sein und büßte mit seinem Leben. Als Minos diese Nachricht ereilte, war er außer sich und voller Zorn.

Man erzählte sich, dass Aigeus, der erste König Athens, den Androgeos auf diese Idee brachte und in das Labyrinth schickte, um den Stier zu besiegen. Kurzerhand mobilisierte Minos seine Streitkräfte und zog aus, um gegen Athen in die Schlacht zu ziehen. Er sollte siegen und legte der Stadt eine grausame Strafe auf.

Sie mussten fortan alle neun Jahre sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge in das Labyrinth des Minotaurus schicken, um sie diesem zu opfern.

Theseus und der Ariadnefaden

Als die Gesandten des Minos’ schon zum dritten Mal nach Athen kamen, um die Opfergabe einzufordern, schwoll die Empörung unter den Bewohnern an, weshalb Aigeus in Bedrängnis geriet. Sein Sohn, Theseus, meldete sich alsbald freiwillig für diese Aufgabe, wobei er das Ziel hatte, den Minotaurus zu töten.

Als Ariadne Theseus erblickte, verliebte sie sich in den Königssohn und versprach, ihm zu helfen. Sie überreichte ihm den Ariadnefaden, den er am Eingang des Labyrinths ausrollen sollte, um so sicher wieder zum Ausgang zurück zu finden. Außerdem gab sie ihm ein Schwert, um das Untier zu erschlagen.

Theseus tötete den Minotaurus und verließ bei Nacht mit Ariadne und den anderen Athenern Kreta. Zuvor zerschlug er die Böden der kretischen Schiffe.

Der Erbauer des Labyrinths, Daidalos, gab Ariadne den Hinweis, dass sie Theseus den Ariadnefaden überreichen sollte. Nach der Flucht der Athener und Ariadne ließ Minos Daidalos und seinen Sohn Ikarus zur Strafe in das Labyrinth sperren.

Ariadne übergibt Theseus den Ariadnefaden
Hinweise zu Mythos und Ariadnefaden

  • Der Ariadnefaden war somit ein Geschenk der Ariadne an Theseus, um ihn sicher wieder aus dem Labyrinth des Minotaurus zu bringen und bei seinem Vorhaben zu unterstützen.
  • Weitere Quellen besagen, dass die Königstochter nicht nur den Ariadnefaden übergab, sondern Theseus schwarze Pillen aus Pech und Haaren überreichte, um den Minotaurus zu töten. Andere besagen, dass sie selbst mit in das Labyrinth kam, um ihm mit einem Ariadnekranz den Weg zu leuchten. Dieser wurde später zu einem Sternbild.
  • Grundsätzlich geht es im Zusammenhang mit dem Ariadnefaden also darum, dass man ein Labyrinth immer verlassen kann, wenn man am Eingang einen Faden anbindet, um den Rückweg zu finden. Dies ist bei der Erforschung von Höhlen oder auch ganzen Höhlensystemen auch heutzutage eine gängige Praxis.

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